Vom Hospital "für Aussätzige" zum angesehenen Krankenhaus

Kurzchronik über die Krankenhaus-Versorgung der Jahrhunderte

In Alsfeld wird erstmals im 13. Jahrhundert ein Hospital erwähnt, das seinen Standort vor dem Hersfelder Tor hatte. Zu diesem Hospital gehörte auch eine Kapelle, die der Heiligen Elisabeth geweiht war.

Neben diesem Hospital wird in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts auch ein kleineres Hospital „für die Aussätzigen“ vor dem Mainzer Tor erwähnt. Die Hospitäler des Mittelalters sind mit den heutigen Krankenhäusern nur bedingt vergleichbar. Während das heutige Krankenhaus nahezu ausschließlich der diagnostischen und therapeutischen Betreuung kranker Menschen dient, stand im Hospital der früheren Jahrhunderte die Aufnahme von Armen, Siechen und Gebrechlichen im Vordergrund, soweit sie nicht in der Familie Hilfe und Pflege fanden.

Im 16. Jahrhundert veranlasste Landgraf Philipp die Verlegung der Insassen beider Hospitäler in das Gebäude des Augustiner-Klosters. Hier wurde das Hospital, zu dem auch ein vor dem Hersfelder Tor gelegener Gutshof gehörte, eingerichtet. Auch bei diesem Hospital überwog der Versorgungsauftrag für die Armen und hilfsbedürftigen Alten. Nur in dem zum Hospital gehörendem Siechenhaus wurden Kranke gepflegt.

Erstmals im 17. Jahrhundert, nämlich im Jahre 1655, ist dann auch von einem Stadtphysikus die Rede, nämlich dem Kandidaten der Medizin Johann Bartholomäus Schleiermacher. Dass dieser Arzt auch für die Insassen des Hospitals tätig wurde, kann daraus geschlossen werden, dass ihm vom Hospitalverwalter eine jährliche Naturalvergütung von vier Viertel Korn bewilligt wurde.

 

Die Baugeschichte des heutigen Gebäudes

Da es in Alsfeld nur ein Hospital mit den primitivsten Einrichtungen gab und die Kapazität für die Aufnahme der Kranken der Stadt nicht ausreichend war, beschloss der Kreistag des Landkreises Alsfeld am 8. Juni 1904 nach langer Diskussion die Errichtung eines Kreiskrankenhauses in Alsfeld.

Am 28. Mai 1906 war dann die Projektplanung beschlussfertig – aus den anfänglich geplanten 20.000 Mark für den Bau waren inzwischen schon 140.000 Mark geworden. Im August 1906 war der Baubeginn „am Rambachsweg“.

Am 1. Juni 1908 wurde das Kreiskrankenhaus feierlich eingeweiht. Die „Anstalt“ bestand aus einem Hauptgebäude und drei Nebengebäuden. Im Hauptgebäude waren 20 Krankenbetten aufgestellt, im Bedarfsfall konnte die Bettenzahl verdoppelt werden. In einem der Nebengebäude war die Isolierstation mit neun Betten untergebracht.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Kreiskrankenhaus, bedingt durch die Bevölkerungszunahme und die medizinische Entwicklung, bald zu klein. Von 1951 bis 1953 wurde ein neuer Bettentrakt angebaut, 1954 bis 1956 kam ein OP-Trakt hinzu. 1963 wurde ein Schwesternwohnheim gebaut. Mit einem weiteren Anbau an das Hauptgebäude in 1976 hatte das Kreiskrankenhaus nun 175 Betten.

Schon 1970 fasste der Kreistag den Beschluss ein neues Krankenhaus am Rande der Stadt zu bauen, statt weitere Gelder in Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen zu stecken.

Im Frühjahr 1977 war der Baubeginn für den Neubau des Kreiskrankenhauses Alsfeld an der Schwabenröder Straße. Eine Besonderheit war die Bildung einer Arbeitsgemeinschaft mit Errichtung von drei baugleichen Krankenhäusern in Alsfeld, Gießen und Heppenheim unter Federführung des Hessischen Sozialministeriums mit unterschiedlichen Bettengrößen. Mit der Einweihung am 13. August 1982 besaß das Kreiskrankenhaus nun 202 Betten in modernen Zweibettzimmern.  Die Baukosten beliefen sich auf 60.500.000,- DM.

 

 

Nähere Informationen...

...können Sie aus dem Alsfelder Stadtarchiv beziehen.

Das Stadtarchiv ist donnerstags von 14.00 bis 17.00 Uhr geöffnet und unter Telefon 06631 / 182-168 erreichbar.

Termine außerhalb der Öffnungszeiten sind nach Vereinbarung möglich. Dazu setzen Sie sich bitte per Mail mit Dr. Norbert Hansen unter archiv@stadt.alsfeld.de in Verbindung.

 

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