Wissenswertes zum Thema Diabetes

Diabetes und Reisen

Für Menschen mit Diabetes ist eine gründliche und vorausschauende Urlaubs.- bzw. Reiseplanung von großer Bedeutung. Man sollte etwa die doppelte Menge an Medikation mitnehmen, die normalerweise für den Zeitraum benötigt würde. Auch die Utensilien, die zur Blutzuckermessung notwendig sind, müssen in ausreichender, doppelter Menge mitgenommen werden.  Zum Beispiel Blutzuckermessgeräte, Teststreifen, Blutlanzetten und die Stechhilfe. Für Flugreisen gelten erhöhte Sicherheitsbestimmungen. Das Mitführen von Insulin, Pen, Kanülen usw. sollte man sich unbedingt vom Hausarzt oder Diabetologen attestieren lassen.

Ins Handgepäck gehören zur Behandlung leichter Unterzuckerungen schnell resorbierbare Kohlenhydrate (Traubenzucker). Ein Diabetikerausweis in Fremdsprachen und kleine Snacks als Zwischenmahlzeiten dürfen nicht fehlen. Wer zu schweren Unterzuckerungen neigt, sollte eine Notfallspritze ( Glukagon) mitführen und seine Reisbegleitung informieren, wie man damit umgeht.

 

Diabetes im Straßenverkehr

Während der Einstellungsphase  oder dem Beginn einer Insulintherapie, besteht die Gefahr von Unterzuckerungen und Sehstörungen. Deshalb ist in dieser Zeit vom  Führen eines Kraftfahrzeugs abzuraten.

Weiterhin sind folgende Regeln zum Führen eines Kraftfahrzeugs zu beachten:

Kontrolle des Blutzuckers vor Fahrtantritt. Ergebnis notieren

  • Blutzuckermessgerät und Teststreifen immer im Fahrzeug mitführen

  • Bei Blutzuckerwerten unter  100  mg/dl Fahrt nicht antreten und zunächst für ausreichende Kohlenhydratzufuhr sorgen

  • Im Fahrzeug schnell wirksame Kohlenhydrate, z.B. Traubenzucker mitführen

  • Bei längeren Fahrten sollte alle zwei Stunden Pausen eingelegt werden und ggf. zusätzliche Kohlenhydrate gegessen werden

  • Bei beginnender Unterzuckerung die Fahrt nicht fortsetzen

 

Hautpflege bei Diabetes

Trockene, juckende Haut ist manchmal das erste Zeichen eines beginnenden Diabetes. Der Körper versucht, überschüssigen Zucker über den Urin auszuscheiden. Dabei verliert er Wasser, die Haut trocknet aus. Nach langjährigem Diabetes ist deshalb die Haut bei vielen Menschen trocken und empfindlich. Vor allem Unterschenkel und Füße sind betroffen.

Dabei spielen vermutlich eine Reihe von Gründen eine Rolle:

Die Schweiß- und Talgdrüsen arbeiten nicht mehr richtig, weil die Nerven, die sie steuern, infolge der erhöhten Zuckerwerte geschädigt sind

Die Hautdurchblutung ist vermindert, weil die Blutgefäße verengt sind

die Ausreifung der Hornzellen der Oberhaut ist beeinträchtigt (eine Folge des Insulinmangels, denn das Blutzucker senkende Hormon ist auch ein Wachstumsfaktor)

Die Abwehrkräfte der Haut sind bei Diabetes herabgesetzt

Duschen

Duschen Sie bitte nur kurz und lauwarm. Verwenden Sie milde Reinigungsmittel, die auf den pH-Wert der Haut abgestimmt sind und rückfettende Substanzen oder Feuchthaltefaktoren wie Harnstoff enthalten. Trocknen Sie sich danach sanft, aber gründlich ab (nicht rubbeln!). Vor allem dort, wo haut an Haut liegt – an den Zehen, unter den Brüsten, in den Ellenbeugen .Wärme und Feuchtigkeit  können Keimen ideale Nistplätze bieten.


Cremen

Nach dem Duschen immer eincremen. Am besten mit Produkten, die der Haut Feuchtigkeit spenden. Fettpräparate wie Vaseline sind eher ungeeignet.


Hände eincremen

Cremen Sie Ihre Hände nach jedem Waschen mit einem auf den pH-Wert abgestimmten Produkt ein, das pflegende, rückfettende Substanzen enthält. Spezielle Handcremes, die beispielsweise Urea und Glycerin enthalten, pflegen und glätten auch sehr trockene und strapazierte Hände und ziehen trotzdem schnell ein.


Fußwäsche

Fußbäder sollten nur fünf Minuten dauern, bei einer Temperatur von 35 bis 38 Grad. Bitte mit einem Badethermometer kontrollieren. Nur milde, unparfümierte Seife oder Waschlotion verwenden. Die Füße gut trocken tupfen besonders die Zehenzwischenräume. Die Füße mit Creme, Cremeschaum oder harnstoffhaltiger Lotion eincremen.


Diabetes und Zahngesundheit

Parodontitis gehört zu den Folgekrankheiten bei Diabetes mellitus. Viele Menschen mit Diabetes wissen dies noch nicht. Die Widerstandskraft des Zahnhalteapparates wird durch zu hohe Blutzuckerwerte geschwächt. Infektionen werden begünstigt. Menschen mit Diabetes haben ein hohes Risiko, eine Erkrankung des Zahnbettes zu bekommen. Eine Parodontitis wiederum kann sich Blutzucker erhöhend  auf den Stoffwechsel auswirken. Deshalb ist es besonders wichtig, auf die Gesundheit von Zähnen und Zahnbett zu achten. Informieren Sie Ihren Zahnarzt darüber, wenn Sie nahe Angehörige mit Diabetes haben oder wenn bereits ein Diabetes bei Ihnen festgestellt wurde.

  • gründliche tägliche Mundpflege

  • regelmäßige Kontrolle beim Zahnarzt

  • Pflegefahrplan vom Zahnarzt erstellen lassen

 

 

Ihre Ansprechpartner

Ursula Reul-Hölscher

Diabetesberaterin DDG
Diabetesassistentin DDG

Telefon 0 66 31 | 98-75 20
Telefax 0 66 31 | 98-11 18

u.reul[at]kreiskrankenhaus-alsfeld.de 

 Dr. med. Peter Hien

Facharzt für Innere Medizin, Pneumologie, Geriatrie, Diabetologie und Allergologie

Telefon 0 66 31 | 98-12 17
Telefax 0 66 31 | 98-11 18

p.hien[at]kreiskrankenhaus-alsfeld.de 

 

Eine Übersicht über unsere Angebote und Leistungen können Sie sich auch »hier« herunterladen.

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