So wirkt Insulin im Körper

Alle Zellen in unserem Körper benötigen Traubenzucker zur Energieversorgung. Kohlenhydrate aus der Nahrung gelangen über den Magen in den Dünndarm. Dort werden sie in Traubenzucker gespalten und gelangen über die Darmwand ins Blut. Insulin ist dabei quasi der Schlüssel, der die Zellen zur Aufnahme des Traubenzuckers öffnet.

Insulin schleust Traubenzucker in die Zellen der Muskeln, der Leber, der Nieren und des Fettgewebes. Die Zellen  des Gehirns können Glukose ohne die Hilfe vom Insulin aufnehmen, genauso wie die roten Blutkörperchen. Einen Teil des Traubenzuckers speichert der Körper in der Leber und in der Muskulatur.

Das Insulin hat außer der Schlüsselfunktion noch andere Aufgaben im Körper. Es beeinflusst das Appetitempfinden im Gehirn. Außerdem verhindert Insulin den Abbau von Fettgewebe.

Wenn Insulin im Körper fehlt, weil es nicht oder nicht in ausreichender Menge von der Bauchspeicheldrüse produziert wird oder wenn das Insulin nicht wirkt, dann muss es von außen gespritzt werden.

 

 

Insulintherapie bei Diabetes Typ 1

Die intensivierte Insulintherapie:  Bei der intensivierten Therapie wird lang wirkendes Insulin in kleinen Mengen gespritzt. Ein- zwei oder auch dreimal pro Tag. Damit wird nur der Grundbedarf abgedeckt. Zusätzlich wird zu den Mahlzeiten oder als Korrektur hoher Blutzuckerwerte mehrmals am Tag ein schnell und kurz wirksames Insulin gespritzt

Die konventionelle Insulintherapie: Bei einer konventionellen Insulintherapie wird in der Regel  zwei bis dreimal am Tag lang wirkendes Insulin oder Mischinsulin gespritzt.

Die Insulinpumpentherapie: Hinter der Insulinpumpentherapie verbirgt sich die Idee, die natürliche Insulinproduktion nach zu ahmen. Es wird eine kontinuierliche subcutane Insulin Infusion durchgeführt, genannt CSII. Dabei wird der Grundbedarf an Insulin über ein kurzwirksames Insulin abgedeckt. Bei Bedarf  etwa zu den Mahlzeiten oder als Korrektur  wird zusätzlich Insulin aus der Pumpe per Knopfdruck abgegeben. Die Einstellung auf eine Pumpentherapie erfordert die ausführliche Schulung der Patienten. Die Patienten müssen die Regeln der intensivierten Insulintherapie kennen und anwenden können. Außerdem müssen sie den Umgang mit der Pumpe lernen. Dies Betrifft das Auffüllen des Insulintanks, das Setzen und Wechseln der Katheter, die Ermittlung und Abgabe der Basalrate, sowie die Berechnung und Abgabe des Insulinbolus und viele andere Dinge mehr.  

 

Insulintherapie bei Diabetes Typ 2

Die intensivierte Insulintherapie:  Bei der intensivierten Therapie wird lang wirkendes Insulin in kleinen Mengen gespritzt. Ein- zwei oder auch dreimal pro Tag. Damit wird nur der Grundbedarf abgedeckt. Zusätzlich wird zu den Mahlzeiten oder als Korrektur hoher Blutzuckerwerte mehrmals am Tag ein schnell und kurz wirksames Insulin gespritzt

Die konventionelle Insulintherapie: Bei einer konventionellen Insulintherapie wird in der Regel  zwei bis dreimal am Tag lang wirkendes Insulin oder Mischinsulin gespritzt.

Es besteht die Möglichkeit verschiedene Therapieformen zu kombinieren. Hierbei gilt es, die Überlappung der verschiedenen Wirkprofile zu bedenken. Sonst droht die Gefahr schwerer Unterzuckerungen.

 

Insulintherapien

CT Konventionelle Insulintherapie

Vor dem Frühstück und Abendessen wird eine feste Dosis Mischinsulin gespritzt: eine Mischung aus kurz und lang wirkendem Insulin (z.B. 30/70 = 30 Prozent kurz wirkendes Insulin, 70 Prozent lang wirkendes Insulin). Die konventionelle Therapie kann mit Tabletten kombiniert werden, die den Blutzucker senken.

 

ICT Intensivierte konventionelle Therapie

Zum Essen spritzt man kurz wirkendes Insulin, dessen Dosis man selbst anpasst. Den Grundbedarf deckt lang wirkendes Insulin, das man in der Regel nur einmal täglich vor der Nacht spritzt. Überflüssiges Basalinsulin tagsüber führt häufig zu Gewichtsproblemen oder Unterzuckerungen .

BOT Basal unterstützte orale Therapie

Ergänzend zur Einnahme von Tabletten spritzt man einmal täglich ein sehr lang wirkendes Insulin.

SIT Supplementäre (ergänzende) Insulintherapie

Ergänzend zur ungenügenden körpereigenen Insulinwirkung spritzt man zu den Hauptmahlzeiten dreimal eine kleine Dosis möglichst kurz wirksamen Analoginsulins

Insulinwirkung

Basalinsulin grüne Banderole, grüne Beschriftung

  • Wirkungseintritt : nach ca. 1 Stunde

  • wirkt mit einem leichten Gipfel nach 4 Stunden

  • Wirkungsdauer: bis zu 12 Stunden

  • abhängig von der gespritzten Dosis

sehr lange wirksames Verzögerungsinsulin (Lantus, Levemir, Tresiba)

Wirkungseintritt : muss regelmäßig gespritzt werden, da sich ein Spiegel aufbaut. Dosisveränderungen machen sich erst nach 2 Tagen bemerkbar. Es braucht so lange, bis sich der Spiegel angepasst hat.

Lantus wirkt bis zu  24-Stunden und sollte regelmäßig 1x täglich zur gleichen Zeit gespritzt werden. Es baut sich dann ein Insulinspiegel mit einem leichten Wirkgipfel nach ca. 6-8 Stunden auf.

Levemir wirkt abhängig von der gespritzten Dosis 18- 20 Stunden der leichte Wirkgipfel tritt nach ca. 4-5 Stunden ein. Beim Typ 2 Diabetes wird es in der Regel einmal täglich, am besten vor dem Schlafen gehen gespritzt. Bei einigen Typ 2 Diabetikern und bei Typ 1 Diabetes sind meist 2 tägliche Injektionen erforderlich

  • 1x vor dem Frühstück und einmal vor dem Schlafen gehen.

  • Wirkungsdauer: bis zu 24 Stunden; abhängig von der gespritzten Dosis

Tresiba, ist ein Insulin, das langsam und gleichmäßig in den Blutkreislauf abgegeben wird. Es wird 1x täglich gespritzt und kann bis zu 42 Stunden wirken. Die Wirkung ist flach ohne Wirkgipfel. Zwischen 2 Injektionen soll ein Mindestabstand von 8 Stunden eingehalten werden.

 

Alt- oder Normalinsuline, gelbe Banderole, gelbe Beschriftung

  • Wirkungseintritt: nach ca. 20 Min.

  • Wirkungshöhepunkt: nach ca. 2 Stunden

  • Wirkungsdauer: ca. 4-6 Stunden, abhängig von der  gespritzen Dosis

 

1 Einheit Normalinsulin senkt den BZ je nach Tageszeit und Insulinempfindlichkeit  um 20-60 mg/dl

BZ-Korrektur mit Normalinsulin bei erhöhten Blutzuckerwerten frühestens nach 4 Stunden.

BZ- Kontrolle bei vorangegangener Hypo nach 1-2 Stunden

 

Analog Insuline; besonders schnell wirkende Insuline

Wirkungseintritt: sofort ( kann deshalb auch gut nach dem Essen gespritzt werden)

Wirkungshöhepunkt: nach ca. 1 Stunde

Wirkungsdauer: ca. 3 Stunden, abhängig von der Insulinmenge

 

1 Einheit Analoginsulin senkt den BZ je nach Tageszeit und Insulinempfindlichkeit  um 20-60 mg/dl

BZ-Korrektur mit Analoginsulin bei erhöhten Blutzuckerwerten frühestens nach 3 Stunden.

BZ- Kontrolle bei vorangegangener Unterzuckerung nach 1 Stunde

 

Insulinbedarf:

Morgens ca. 2    Einheiten Normalinsulin pro Berechnungseinheit

Mittags   ca. 1    Einheit Normalinsulin pro Berechnungseinheit

 

Abends  ca. 1,5 Einheiten Normalinsulin pro Berechnungseinheit

 

1 Berechnungseinheit erhöht den BZ je nach Tageszeit um ca. 30-60 mg/dl

(Bitte beachten: unterschiedliche Wirkung auf den BZ durch „schnelle oder langsame Kohlenhydrate“, durch den Fettgehalt und den Eiweißgehalt einer Mahlzeit))

 

 

 

 

Ihre Ansprechpartner

Ursula Reul-Hölscher

Diabetesberaterin DDG
Diabetesassistentin DDG

Telefon 0 66 31 | 98-75 20
Telefax 0 66 31 | 98-11 18

u.reul[at]kreiskrankenhaus-alsfeld.de 

 Dr. med. Peter Hien

Facharzt für Innere Medizin, Pneumologie, Geriatrie, Diabetologie und Allergologie

Telefon 0 66 31 | 98-12 17
Telefax 0 66 31 | 98-11 18

p.hien[at]kreiskrankenhaus-alsfeld.de 

 

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