Diabetes in der Schwangerschaft - symptomlos aber kompliziert

Auch Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) ist heutzutage eine leider häufig vorkommende Komplikation. Gestationsdiabetes ist eine Blutzuckerstoffwechselstörung, die erstmals in der Schwangerschaft festgestellt wird. Diese Form der Diabetes verläuft meist symptomlos, das heißt unbemerkt und unbehandelt. Gestationsdiabetes kann allerdings Mutter und Kind in Gefahr bringen. Auch in solchen Fällen sind die werdenden Mütter im KKH gut aufgehoben. Dort können sie lernen, mit der Diagnose umzugehen und sich zu ihrem Wohle und zum Wohle des Kindes richtig umzustellen und zu verhalten.

Risiken für die Mutter

  • vermehrtes Auftreten von Harnwegsinfekten
  • während der Schwangerschaft
  • schwangerschaftsbedingter Bluthochdruck
  • Schwangerschaftsvergiftung mit Ödembildung
  • Eiweißausscheidung im Urin und Krampfanfälle
  • erhöhte Fruchtwassermenge
  • erhöhte Rate an Kaiserschnittgeburten
  • ein um 50 % erhöhtes Risiko in einer folgenden
  • Schwangerschaft erneut eine Blutzuckerstoffwechselstörung zu bekommen
  • ein um 40-50 % erhöhtes Risiko in den nächsten 10 Jahren einen manifesten Diabetes mellitus zu entwickeln

 

Risiken für das Kind

  • Fehl- und Missbildungen
  • verstärktes Wachstum, zu groß zu schwer
  • erhöhte Insulinproduktion
  • Intrauteriner Fruchttod
  • erhöhter Bilirubingehalt im Blut unmittelbar nach der Geburt
  • Lungenreifestörung
  • Unterzuckerungsgefahr unmittelbar nach der Geburt
  • erhöhte Gefahr von Übergewicht in der Pubertät oder im frühen Erwachsenenalter
  • erhöhte Gefahr eine Blutzuckerstoffwechselstörung oder einen manifesten Diabetes mellitus im frühen Erwachsenenalter zu entwickeln

 

Die Normalwerte des Blutzuckerbelastungstestes:

nüchtern: unter   90 mg/dl
nach 60 Minuten: unter 180 mg/dl
nach 120 Minuten: unter 155 mg/dl

Sollte einer dieser Werte höher sein, ist das der Beweis dafür, dass ein Gestationsdiabetes vorliegt. Dann muss die Therapie so gestaltet werden, dass die Blutzuckerwerte nüchtern zwischen 70-90 mg/dl liegen und 60 Minuten nach Beginn einer Mahlzeit 120-140 mg/dl nicht übersteigen.

Diese Blutzuckerwerte versucht man zunächst mit einer Ernährungsumstellung verbunden mit einem Bewegungstraining (was der Arzt erlaubt und was die Schwangerschaft noch zulässt) zu erreichen.

Um einen Hungerstoffwechsel (Achtung: Ketonkörper) zu vermeiden, ist es wichtig genügend Kalorien, insbesondere ausreichend Kohlenhydrate zu essen.


Es gibt einen Blutzuckerbelastungstest für Schwangere, der aber leider bis jetzt nicht in den Vorsorgeplan aufgenommen wurde. Die Fachgremien setzen sich sehr dafür ein, dass dieser Test bei allen Schwangeren durchgeführt werden soll. Bis jetzt wird er nur von einigen Krankenkassen bezahlt.

Bei folgenden Risikofaktoren sollte der Blutzuckerbelastungstest in jeden Fall durchgeführt werden:

  • Übergewicht (BMI über 27 v.d. Schwangerschaft)
  • Diabetes mellitus bei Eltern oder Geschwistern
  • Gestationsdiabetes in einer vorangegangenen  Schwangerschaft
  • vorherige Geburt eines Kindes über 4500 g
  • Missbildungen in einer früheren Schwangerschaft
  • vorangegangene unklare Totgeburt eines Kindes
  • mehrere (< 3) Fehlgeburten hintereinander

 

In diesen Fällen sollte ein Blutzuckerbelastungstest (oGTT) wie folgt durchgeführt werden:

  • nach Feststellung der Schwangerschaft, bei negativem Befund nochmals
  • zwischen der 24.-28. Schwangerschaftswoche, bei negativem Befund nochmals
  • zwischen der 32.-34. Schwangerschaftswoche

 

Ernährung

Betroffene Frauen sollten sich auf jeden Fall satt essen und nicht anfangen zu hungern. Vor allem dürfen sie auf keinen Fall auf Kohlenhydrate verzichten!

Geeignet:                                      

  • Brot (außer Weißbrot)
  • Getreideprodukte
  • Kartoffeln, Reis, Nudeln
  • Salate, Gemüse
  • Obst (siehe Ausnahmen)
  • Milchprodukte

Lebensmittel ohne anrechenbare Kohlenhydrate wie Quark, Käse, Eier, Fisch, Fleisch oder Wurst sind geeignet, dabei muss aber auf den Fettgehalt geachtet werden. Erlaubt sind auch Kräuter, Gewürze, Essig, Senf sowie hochwertige Pflanzenfette. 

Vorzugsweise sollten folgende Getränke während der Schwangerschaft zu sich genommen werden: Mineralwasser, Kaffee (ungesüßt), Tee (ungesüßt) sowie  Fruchtsäfte nur stark verdünnt (im Verhältnis: 1 Teil Fruchtsaft: 5 Teile Mineralwasser)

Ungeeignet:

  • Süßigkeiten, Kuchen (am Besten mit weniger Zucker, selbst gebacken in kleinen Mengen erlaubt)
  • Honig, Marmelade (in kleinen Mengen erlaubt)
  • Säfte, Limonaden
  • Trockenobst (Rosinen)
  • Weintrauben
  • Feigen, Datteln

 

Unser Angebot

Gut informierte und motivierte Patientinnen sind ein wichtiger Aspekt im Krankheitsverlauf. Das Kreiskrankenhaus Alsfeld unterstützt gerne jede Schwangere dabei, ihren temporäre Diabetes durch Beratung, Aufklärung, Schulung und medizinische Betreuung selbstständig zu managen. 

Die Mitarbeiter des KKHs in Alsfeld ermöglichen den Patientinnen damit eine wohnortnahe, kompetente und einfühlsame Begleitung durch alle Phasen der Zuckererkrankung.


Eine Übersicht über unsere Angebote und Leistungen speziell für Schwangere können Sie sich auch »hier« herunterladen.

 

 

Ihre Ansprechpartner

Ursula Reul-Hölscher

Diabetesberaterin DDG
Diabetesassistentin DDG

Telefon 0 66 31 | 98-75 20
Telefax 0 66 31 | 98-11 18

u.reul[at]kreiskrankenhaus-alsfeld.de 

 Dr. med. Peter Hien

Facharzt für Innere Medizin, Pneumologie, Geriatrie, Diabetologie und Allergologie

Telefon 0 66 31 | 98-12 17
Telefax 0 66 31 | 98-11 18

p.hien[at]kreiskrankenhaus-alsfeld.de 

 

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