Achten Sie auf Ihre Füße!

Diabetisches Fußsyndrom

Gesunde Füße können uns ein Leben lang tragen. Dies nehmen wir oft als selbstverständlich hin. Leider schenken wir unseren Füßen oft zu wenig Beachtung. Menschen, die an Diabetes erkrankt sind müssen ganz besonders auf ihre Füße achten.

Anders als gesunde Menschen bemerken Menschen mit Diabetes Veränderungen oder Schädigungen an den Füßen erst sehr spät. Bedingt durch eine Nervenstörung fehlt die Schmerzempfindung. Solange nichts wehtut fallen Verletzungen oder Verwundungen oft nicht auf. Zusätzliche Durchblutungsstörungen an den Füßen und Beinen führen dann dazu, dass Wunden nur schlecht oder gar nicht mehr abheilen. Durch Wunden, die sich entzündet haben, kann sich der Blutzucker weiter erhöhen. Dies wiederum behindert die Heilung. So entsteht ein Teufelskreis, der dazu führt, dass bei vielen Menschen mit Diabetes in der Folge Amputationen durchgeführt werden müssen.

  • Jeder 7. Diabetiker entwickelt ein diabetisches Fußsyndrom.
  • Dies führt schließlich zu etwa 28 000 diabetesbedingten Amputationen, die jährlich in Deutschland durchgeführt werden müssen.
  • Ein diabtischer Fuß ist kein unabwendbares Schicksal. Jeder kann selbst sehr viel für die Gesundheit und damit für den Erhalt seiner Füße tun.

 

Risiken und Gefahren

  • hohe Blutzuckerwerte und schlecht eingestellter Blutdruck bringen die Füße in Gefahr.
  • Gesunde Ernährung und viel Bewegung sind unverzichtbar
  • jede Fehlstellung der Fußzehen, jede noch so kleine und harmlos aussehende Verletzung oder Entzündung kann zum unkalkulierbaren Risiko werden

 

PNP (Nervenschädigung) und AVK (Durchblutungsstörung) können zum diabetischen Fußsyndrom führen

  • durch eine Nervenschädigung verliert man die Wahrnehmung von Schmerzen. Verletzungen werden durch die Nervenstörung oft nicht oder erst sehr spät bemerkt.
  • Durchblutungsstörungen verhindern eine schnelle und gute Abheilung von Verletzungen.

 

Die Füße vorsichtig und kompetent behandeln

  • Schon bei kleinsten Verletzungen oder Anzeichen einer Entzündung ist eine konsequente moderne Wundversorgung und die Ruhigstellung der Verletzung notwendig.
  • Heute gibt es moderne Wundversorgung, die von Wundexperten durchgeführt wird

 

Schlimmes verhindern durch die Fußinspektion

Regelmäßige Fußinspektion mit einfachen Instrumenten (im DMP Programm vorgeschrieben) können wichtige Hinweise auf die Gesundheit der Füße geben.

  • Monofilament

  • Stimmgabel

  • Thermofilament

 

 

Die richtige Pfleg der Füße

Menschen mit Diabetes haben ein hohes Risiko, Probleme mit ihren Füßen zu bekommen. Der sanfte aber sorgfältige Umgang bei der Fußpflege ist der richtige Weg, die Gesundheit der Füße zu erhalten. Um Schädigungen zu vermeiden, sollen die Füße täglich angeschaut und gepflegt werden.

 

Spiegel

Mit einem Spiegel können Sie Ihre Füße auf Verletzungen und Veränderungen kontrollieren. Schauen Sie Ihre Füße täglich an. Denken Sie dabei auch an die Zehenzwischenräume. Benutzen Sie einen Handspiegel oder bitten Sie Angehörige um Hilfe, wenn sie nicht mehr so beweglich sind oder wenn Sie schlecht sehen.  Auffälligkeiten, Druckstellen, Verletzungen oder starke Hornhautschwielen zeigen Sie bitte dem Arzt. Evtl. passen Ihre Schuhe nicht richtig. Bevor Sie Ihre Schuhe anziehen, fassen Sie bitte hinein, ob irgendwelche Fremdkörper darin gelandet sind.

Bitte niemals Verletzungen an den Füßen selbst behandeln

 

Waschen

Waschen Sie Ihre Füße täglich mit einer milden, rückfettenden Seife oder Waschlotion. Das Fußbad sollte kurz und höchstens 35 Grad warm sein. Überprüfen Sie die Temperatur mit einem Badethermometer. Verbrennungen passieren oft durch eine Nervenschädigung, die  von dem Diabetes verursacht werden. Kälte und Wärme, werden dann nicht mehr richtig gespürt. Vermeiden Sie bitte schrubben oder bürsten der Füße. Die Verletzungsgefahr dabei ist hoch. Verwenden Sie einfach einen weichen Waschlappen. Tupfen Sie die Füße dann vorsichtig und gründlich trocken.

 

Hornhaut entfernen

Ein Bimsstein entfernt Hornhaut schonend. Schwielige Hornhaut, Hühneraugen oder Warzen sollte nur der Podologe entfernen.

 

Nägel kürzen

Verwenden Sie zum Nägel kürzen eine Feile oder eine abgerundete Babyschere. Feilen Sie die Fußnägel gerade, damit sie nicht einwachsen. Harte oder eingewachsene Fußnägel lassen Sie besser vom Podologen behandeln.

 

Cremen

Pflegen Sie die Füße nach dem Abtrocknen mit Creme, Lotion oder Cremeschaum. Produkte, die Harnstoff enthalten versorgen die Haut mit Feuchtigkeit. So wird übermäßiger Verhornung vorbeugt.

 

Fußpilz

Viele Menschen mit Diabetes sind von hartnäckigem Fußpilz betroffen. Deshalb im Schwimmbad oder in der Sauna nicht barfuß laufen. Benutzen Sie eigene Handtücher und Badeschuhe. Tragen Sie nur Socken oder Strümpfe, die Sie bei 60 Grad waschen können. Tragen Sie auch im Sommer immer Socken in den Schuhen. Wechseln Sie Ihre Socken oder Strümpfe täglich. Bei Verdacht auf eine Pilzinfektion, wenn die Haut juckt, bitte frühzeitig zum Arzt gehen 

 

Schuhe

Für eine große Zahl der diabetesbedingten Fußamputationen sind die Schuhe verantwortlich. Passt der Schuh ?

  • Gute Schuhe sind teuer, aber eine lohnende Investition

  • Schuhe sollen Ihren Füßen Schutz und Halt geben

  • Schuhe sollen den Füßen in der Länge, Breite und Höhe ausreichend Platz lassen

  • Bevorzugen Sie weiches Leder

  • Ihre Schuhe sollten innen keine dicken Nähte oder Ösen haben

 

 

Unser Wunsch an Sie: Bitte seien Sie gut zu Ihren Füßen, verwöhnen und pflegen Sie Ihre Füße!

  • Die Füße oft hochlegen

  • Ein Fußbad (mit Thermometer)

  • Die Füße täglich eincremen

  • Fußmassage

  • Fußgymnastik

  • Barfuß laufen (wenn die Nerven noch sensibel sind)

  • Bequeme, passende Schuhe tragen

  • Fußpflege durch den Podologen

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Ihre Ansprechpartner

Ursula Reul-Hölscher

Diabetesberaterin DDG
Diabetesassistentin DDG

Telefon 0 66 31 | 98-75 20
Telefax 0 66 31 | 98-11 18

u.reul[at]kreiskrankenhaus-alsfeld.de 

 Dr. med. Peter Hien

Facharzt für Innere Medizin, Pneumologie, Geriatrie, Diabetologie und Allergologie

Telefon 0 66 31 | 98-12 17
Telefax 0 66 31 | 98-11 18

p.hien[at]kreiskrankenhaus-alsfeld.de 

 

Eine Übersicht über unsere Angebote und Leistungen können Sie sich auch »hier« herunterladen.

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