Keine Scheu vor dem Arztbesuch

Das Team der Allgemein- und Gefäßchirurgie des Alsfelder Kreiskrankenhauses beschäftigt sich im Bereich der chirurgischen Proktologie mit den Erkrankungen des Afters, des Schließmuskelorgans sowie mit der Betreuung von Patienten mit einem künstlichen Darmausgang.

Krankheiten des Dickdarms oder Mastdarms sowie des Analbereichs sind sehr häufig. In fortgeschrittenem Alter erkranken immer mehr Menschen an solchen Leiden. Aber auch jüngere Menschen leiden häufig unter Beschwerden im Analbereich oder haben Probleme „mit dem Darm” und fühlen  sich dadurch in ihrer Lebensqualität eingeschränkt.

Trotzdem wird in den meisten Fällen erst nach langer Zeit ein Arzt zu Rate gezogen. Natürlich geht bei Beschwerden im Bereich des Afters oder des Darmes niemand gern zum Arzt. Da sich aber bei langandauernder Erkrankung oft Folgeschäden einstellen, sollte auf jeden Fall der Spezialist zu Rate gezogen werden. Und: Die proktologischen Untersuchungen sind in der Regel nicht schmerzhaft und gar nicht so unangenehm, wie man es sich vorstellt oder „ausmalt“.  

Hier haben wir für Sie eine Übersicht über die häufigsten Enddarm-Erkrankungen erstellt.

Abszess

Ein Abszess ist eine eingekapselte, eitrige Entzündung. Meist beginnt sie in den Afterdrüsen (im Schließmuskel) und führt zu einer schmerzhaften Schwellung am Afterrand. Der Abszess ist umgehend zu eröffnen, damit der Eiter abfließen kann. Die akuten Schmerzen sind damit zunächst beseitigt. Einem Analabszess liegt in der Regel eine Analfistel zugrunde. Nur wenn diese gefunden und fachgerecht beseitigt wird, tritt sie nicht mehr auf. Sonst kommt es immer wieder zu erneuten Abszessen und damit zu weiteren Schließmuskelschäden.

Analekzem

Die Ursachen des Analekzems (juckender Hautausschlag) sind fast immer Hämorrhoiden. Entscheidend ist also die Beseitigung dieser Grunderkrankung. Eine sinnvolle Analhygiene, Sitzbäder oder Cremes als zusätzliche Heilungsmaßnahmen lassen das Ekzem meist schnell abheilen.

Gelegentlich müssen Allergien mit speziellen Hauttests als Krankheitsursache ausgeschlossen werden. Selten sind spezielle Hautkrankheiten, z.B. Schuppenflechte (Psoriasis) die Ursache.

Analfissur

Bei einer Analfissur (Afterriss) treten während und nach der Stuhlentleerung heftige  Schmerzen auf, die  über Stunden anhalten können. Zu Beginn kann eine solche Fissur mit Analtampons und Cremes ausheilen. Wird der Riss  jedoch chronisch, so besteht die Gefahr einer Fistelbildung mit teilweiser Zerstörung des Schließmuskels. Eine chronische Analfissur muss deshalb in der Regel operiert werden.

Analfistel

Analfisteln sind Eitergänge zwischen dem Afterkanal und der Afterumgebung. Aus der äußeren Fistelöffnung  sondert sich — oft schmerzhaft — immer wieder eitriges Sekret ab. Analfisteln bleiben zurück, wenn ein Abszess eröffnet oder ausgeräumt wurde.

Analthrombose

Analthrombosen (fälschlich auch "äußere Hämorrhoiden" genannt) sind schmerzhafte Knoten am Afterrand, die  durch Blutgerinnsel  in den Blutadern des Afterrandes entstehen. Sie  können in örtlicher Betäubung entfernt werden. In leichteren Fällen  können auch spezielle Zäpfchen und Cremes helfen.

Darmkrebs

Darmkrebs tritt am häufigsten im unteren Abschnitt des Dickdarms auf, seine Vorstufen sind Mastdarm- oder Dickdarmpolypen. Daher ist der Colo-Proktologe als Spezialist für Untersuchungen dieses Organs gleichfalls der Fachmann für die Früherkennung von Darmkrebs. Polypen wird er frühzeitig abtragen und bei Verdacht auf bösartige Veränderungen wird er alle erforderlichen diagnostischen Maßnahmen durchführen und die notwendige Therapie veranlassen.

Hämorrhoiden

Hämorrhoiden sind krankhaft vergrößerte Schwellpolster am Übergang vom Mastdarm zum Afterkanal. Sie bleiben oft lange Zeit unentdeckt, sind aber die häufigste Ursache von Afterjucken, Entzündungen, Blutungen oder Stuhlverschmutzung der Wäsche. In diesem Fall spricht man von einem Hämorrhoidal-Leiden. Nur selten muss operiert werden. Meist hilft eine mehrmalige Verödung (Sklerosierung) oder das Abbinden mit kleinen Gummiringen (Ligatur). Ihr Enddarmspezialist führt diese Behandlung fast immer schmerzlos durch.

Inkontinenz

Die Inkontinenz im Afterbereich ist eine Störung des Afterverschlusses, die dazu führt, dass die Stuhlentleerung nicht mehr exakt kontrolliert werden kann oder Darmgase ungewollt entweichen. Erste Anzeichen sind Nässen in der Afterumgebung und verschmutzte Wäsche. Der erfahrene Enddarmspezialist kann die oft sehr komplexen Ursachen der Verschlussstörung aufklären und lindern oder auch beheben. Gerade hier verhindern frühzeitige, fachkundige Diagnose und Behandlung Schäden, die sonst die Lebensqualität dauerhaft beeinträchtigen können.

Marisken

Bei Marisken handelt es sich um schmerzlose Hautläppchen am Afterrand (im Volksmund auch "äußere Hämorrhoiden" genannt) und sie sind meist harmlos. Diese "Marisken" — auch wenn sie gelegentlich anschwellen — bedürfen keiner direkten Behandlung; sie weisen aber selbst auf "echte" (innere) Hämorrhoiden hin.

 

 

Chefarzt der Allgemein-, Visceral- und Gefäßchirurgie

Dr. med. Steffen Lancee

Facharzt für Allgemein- und Visceralchirurgie

Telefon 0 66 31 | 98-12 24
Telefax 0 66 31 | 98-42 24 

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